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Forschungen zu Hans Posse - Research on Hans Posse, Conference, Dresden State Art Collections, 5-6 December 2013

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STAATLICHE KUNSTSAMMLUNGEN DRESDEN
RESIDENZSCHLOSS, HANS-NADLER-SAAL

Mitgeschnittene Beiträge der Tagung "Forschungen zu Hans Posse" 5./6.12.2013

28 January 2014: A link to a sound recording of the conference is at http://www.skd.museum/de/forschung/forschung- ....

Hans Posse (1879-1942) prägte als Direktor die Gemäldegalerie in Dresden, er engagierte sich als Kurator für die zeitgenössische Kunst – und er war Adolf Hitlers „Sonderbeauftragter für Linz“. Das ganze Spektrum seiner Tätigkeiten und die Person Posse in all ihrer Ambivalenz zu beleuchten, ist das Ziel der von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden am 5. und 6. Dezember 2013 veranstalteten Tagung.

Georg Oehme, Bildnis Hans Posse, wohl Mitte der 1930er Jahre (Portrait of Hans Posse, mid 1930s), Öl auf Leinwand, 88,5 x 88,5 cm, SKD, Galerie Neue Meister


Posse, der von 1910 bis zu seinem Tod der Dresdner Gemäldegalerie vorstand, war und ist umstritten. Gefördert von Wilhelm von Bode trat der erst gut 30jährige Kunsthistoriker sein Amt in Dresden an. Er führte die Gemäldegalerie leidenschaftlich und er hatte Visionen; Visionen, die nicht immer auf Gegenliebe stießen. Darüber hinaus agierte Posse u.a. als Kommissar des Deutschen Pavillons auf der Biennale in Venedig und prägte die Internationale Kunstausstellung 1926 in Dresden. Mit seinen Plänen für einen Galerieneubau und vor allem mit seinen Erwerbungen zeitgenössischer, später als „entartet“ diffamierter Kunst zog er sich den Zorn konservativer und reaktionärer Kritiker zu. Obwohl Posse sich nach dem Regierungsantritt der NSDAP 1933 keineswegs als Kämpfer für die „entartete“ Kunst profilierte, stand er weiter im Fokus der Kritik. Diese Stimmen sollten erst verstummen, als er 1939 von Adolf Hitler zum „Sonderbeauftragten für Linz“ ernannt wurde, um für ein gigantisches, nie realisiertes „Führermuseum“ in Linz an der Donau Kunstwerke zusammenzutragen. Dafür betätigte er sich zum einen als Großeinkäufer auf dem internationalen Kunstmarkt, zum anderen bediente er sich aber auch an beschlagnahmtem Besitz jüdischer Sammler. Dresden wurde durch ihn zu einem wichtigen Ort im NS-Kunstverschiebesystem.

Aus Anlass des 15. Jahrestages der Washingtoner Erklärung 2008 mit ihren Leitlinien zum Umgang mit beschlagnahmten Kunstwerken veranstalten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden diese Tagung, die sich erstmals umfassend, auch über die Zeit des Nationalsozialismus hinaus, der Rolle Hans Posses im Kunst- und Museumsbetrieb widmet.

Programme below and in pdf here

Details from Gilbert Lupfer  +49 (0) 351 4914 7538, gilbert.lupfer@skd.museum and Kathrin Iselt +49 (0) 351 4914 7546, kathrin.iselt@skd.museum

Guide English Translation:
Hans Posse (1879-1942) was director of the Gemäldegalerie in Dresden, and active as a curator for contemporary art - and he was also Adolf Hitler's "special representative for Linz". The goal of the Dresden State Art Collections  Meeting is to illuminate the full range of his activities and the person in all his ambivalence.

Posse, who presided from 1910 until his death in the Gemäldegalerie in Dresden, was and is controversial. Funded by Wilhelm von Bode he worked for the first 30 years of his career as a 'good' art historian at his office in Dresden. He led the Gemäldegalerie with passion and vision, vision that was not always welcomed. Moreover, inter alia he acted as Commissioner of the German Pavilion at the Venice Biennale in 1926. Withhis  plans for a new gallery and especially with his acquisitions of contemporary and later of "degenerate" art, he drew the ire of conservative and reactionary critics . Although Posse did not distinguish himself as a fighter for degenerate art after the accession of the Nazi party in 1933, he stood at the focus of criticism. These voices only fell silent when, in 1939, he was appointed by Adolf Hitler as his Special Representative for Linz, to gather a gigantic, never realized 'Führer Museum' in Linz on the Danube. For this, he worked both as a major buyer in the international art market, and to acquire confiscated Jewish property. Dresden was, through Posse, an important place in the Nazi- art transaction system.

On the occasion of the 15th Anniversary of the Washington Conference in 2008 with their Guidelines for dealing with confiscated artworks, the Dresden State Art Collections is holding this meeting, which is the first comprehensive conference dedicated to the role of Hans Posse in both the museum and wider art world.

5. & 6. DEZEMBER 2013
RESIDENZSCHLOSS DRESDEN, HANS-NADLER-SAAL

DONNERSTAG,
5. DEZEMBER 2013
13.00 bis 18.30 Uhr sowie Abendvortrag 19.00 bis 20.30 Uhr

 

13.00–13.10 Uhr
Begrüßung:  Hartwig Fischer, Dresden

13.10–13.25 Uhr
Grußwort:  Uwe Hartmann, Berlin

13.25–13.35 Uhr
Auftakt und Moderation: Bruno Klein, Dresden

13.35–14.20 Uhr
Dresden 1910 – Obersalzberg 1939 – Berlin 1942 – Washington 1998 – Dresden 2013.
Zur Einführung: Gilbert Lupfer, Dresden

14.20–15.05 Uhr
Hans Posse in Dresden. Eckpunkte seiner Berufsbiographie 1910–1938: Thomas Rudert, Dresden

15.05–15.15 Uhr
Fragen und Diskussion

15.15–16.00 Uhr
Kaffeepause

16.00–16.45 Uhr
Wilhelm von Bode und Hans Posse: Bernhard Maaz, Dresden

16.45–17.30 Uhr
„Ergebenste Grüße aus dem Kriege“: Hans Posse, ein Museumsdirektor im Ersten Weltkrieg»: Petra Winter, Berlin

17.30–17.50 Uhr
Die gescheiterten Neubaupläne für eine neue Gemäldegalerie in Dresden: Urte Gärtner, Dresden/Braunschweig

17.50–18.10 Uhr
Der Nachlass Posses im Archiv der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden: Vera Wobad, Dresden

18.10–18.30 Uhr
Fragen und Diskussion

18.30–19.00 Uhr
Pause

19.00–20.30 Uhr
Abendvortrag: Kunsthistoriker und Nationalsozialismus: Heinrich Dilly, Halle/Saale

FREITAG,
6. DEZEMBER 2013
9.30 bis 16.40 Uhr

9.30–9.40 Uhr
Auftakt und Moderation: Christian Fuhrmeister, München

9.40–10.25 Uhr
Hans Posse, die Dresdner Sammler und die Förderer der Galerie: Heike Biedermann, Dresden

10.25–11.30 Uhr
Die „Allerjüngsten“ in der Dresdner Modernen Galerie und im deutschen Pavillon in Venedig. Zum Erwerbungs- und Ausstellungsprogramm von Hans Posse zwischen1918 und 1933: Birgit Dalbajewa, Dresden

11.30–11.45 Uhr
Kaffeepause

11.45–12.10 Uhr
„Daß wir uns heute mehr als früher für Europa interessieren ...“ – Hans Posse und die Internationale Kunstausstellung Dresden 1926: Anne Karge, Dresden

12.10–12.30 Uhr
Hans Posse und Will Grohmann – Allianzen zur Förderung der Moderne in Dresden: Konstanze Rudert, Dresden

12.30–12.50 Uhr
Fragen und Diskussion

12.50–14.30 Uhr
Mittagspause

14.30–15.15 Uhr
Hans Posse und die „Entartete Kunst“: Christoph Zuschlag, Koblenz-Landau

15.15–16.05 Uhr
Hans Posse und der „Sonderauftrag Linz“: Birgit Schwarz, Wien

16.05–16.40 Uhr
Abschlussdiskussion: Gilbert Lupfer, Dresden
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
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Forschung und wissenschaftliche Kooperation
Veranstaltungsort
Residenzschloss Dresden, Hans-Nadler-Saal, 1. OG, Eingang Sophienstraße
Kontakt
cathleen.tasler@skd.museum
»
www.skd.museum
Stand Oktober 2013, Änderungen vorbehalten
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