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Zwischen Fairness und Gerechtigkeit für Nachkommen und heutige Besitzer (Between Justice and Fairness for the Descendants and the Current Owners), Conference, Museum Oscar Reinhart, Wintherthur, 31 August 2015

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Der Begriff «Fluchtgut» bereitet Provenienzforscherinnen und -forschern, Anwälten und Juristinnen, Journalisten und Medienschaffenden ein gewisses Unbehagen, wie die erste Tagung von 2014 zum Thema gezeigt hat. Der Terminus wurde 2001 als analytische Kategorie in Unterscheidung zu «Raubgut» eingeführt und seither breit rezipiert. Ein Kernproblem in der aktuellen Diskussion um die Rückgabe von «Fluchtgut» an Verfolgte des NS-Regimes liegt darin, dass – 70 Jahre nach Ende der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft – ein Grossteil der heutigen Eigentümer weder eine Schuld noch eine Verantwortung für den jetzigen Zustand trifft. Meist stehen sie am Ende einer langen Käuferkette und haben keinerlei Berührungspunkte mit dem Schicksal der ursprünglichen Eigentümer, welche damals in der Regel auch einen marktgerechten Preis erhielten. Die diesjährige Tagung wird sich deshalb der Frage um die Korrektur dieser Situation annähern und die Möglichkeiten zwischen Fairness und Gerechtigkeit für Nachkommen der Verfolgten und heutige Besitzer ausloten.


Programme (available in pdf here)


Moderation: Dr. Stephanie Tasch, Dezernentin Kulturstiftung der Länder, Berlin

8.30 Registrierung

9.00 Begrüssung und Eröffnung
Dr. Marc Fehlmann FRSA, Direktor Museum Oskar Reinhart, Winterthur
Claudius Ochsner, Präsident des Kunsthandelsverbandes der Schweiz

9.30 Fluchtkunst/Raubkunst: «The usual suspects»
Walter Feilchenfeldt, Zürich

10.00 Theorie vs. Praxis. Erfahrungen im Umgang mit belasteten Provenienzen
Dr. Johannes Nathan, Berlin/Zürich

10.30 Restitution von Fluchtgut - Warum nicht? Eine juristische Bestandsaufnahme
Prof. Dr. Georg Graf, Universität Salzburg

11.00 Pause

11.30 Fluchtgut gleich Raubkunst? Der Umgang des Kunstmuseums Bern mit dem Erbe von Cornelius Gurlitt
Dr. Matthias Frehner, Kunstmuseum Bern

12.00 Die Aufnahmekriterien im Zuge der LostArt Dokumentation
Dr. Andrea Baresel-Brand, Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

12.30 – 14.00 Mittagspause

14.00 Fluchtgut ohne Grenzen? Fälle von Fluchtgut in der Staatsgalerie Stuttgart
Dr. Anja Heuss, Staatsgalerie Stuttgart

14.30 Fluchtkunst/Raubkunst: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Prof. Dr. Peter Raue, Berlin

15.00 Pause

16.00 Podiumsdiskussion
Fluchtgut: Zwischen Fairness und Gerechtigkeit für Nachkommen und heutige Besitzer
Dr. Thomas Buomberger, Historiker/Journalist, Winterthur
Dr. Sibylle Ehringhaus, Provenienzforscherin/Kunsthistorikerin, Berlin
RA Alexander Jolles, Zürich
Lic. phil. Esther Tisa-Francini, Museum Rietberg, Zürich
RA Olaf Ossmann, Winterthur
Moderation: Karin Salm, Radio SRF 2 Kultur

18.00 Ende der Veranstaltung

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