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Nazi-Raubkunst in Museen? 14 Objekte werden gepr├╝ft

1970
1945
RP Online 24 April 2012

Krefeld (RP).
Bei 14 Objekten im Besitz der Krefelder Kunstmuseen wird geprüft, ob sie unter der Herrschaft des Nationalsozialismus Verfolgten des Regimes (meist Juden) geraubt wurden und an die Besitzer oder deren Erben zurückgegeben werden müssen.

Zwei Werke wurden bereits durch das "Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen" restituiert, also zurückübereignet: "Die Waldpartie" von Karoly Markó und "Die badenden Jünglinge" von Hans Thoma. Zwei Recherchen zu Gemälden von Heinrich Campendonk und Paula Modersohn-Becker erbrachten kein Ergebnis. Dies geht aus einer Verwaltungsvorlage für den heute tagenden Kulturausschuss hervor.           

Das Gemälde "Waldpartie" von Karoly Markó (oder Carlo Marko der Ältere, 1791-1860) ist im Januar an die Erben des jüdischen Architektenpaares Ernst und Else Gotthilf zurückgegeben worden. Das Gemälde war bis 1939 Eigentum der Gotthilfs; 1939 verfügten die Nazis die Zwangsversteigerung in Wien; gekauft wurde das Werk für das "Führermuseum Linz". 1945 beschlagnahmten die Alliierten das Bild, 1949 wurde es von der US-Militärregierung an Bayern übergeben und gelangte 1966 zum Kaiser-Wilhelm-Museum als Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland.

Die "Badenden Jünglinge" von Hans Thoma (1839-1924) gehörten dem jüdischen Kunstsammler Adolf Bensinger aus Mannheim; der badische Oberfinanzpräsident beschlagnahmte das Gemälde 1939; 1940 wurde es zwangsverkauft – im gleichen Jahr wurden die Mannheimer Juden deportiert. 2011 wurde das Gemälde den Nachfahren Bensingers übereignet.

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