News:

NS-Raubkunst beim SPK-Chef Parzinger? - Nazi-Looted Art in the Office of SPK Head Parzinger?

1970
1945
Berliner Zeitung 9 April 2014
Von Gunnar Schupelius

Das Kokoschka-Bild im Büro des Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) ist womöglich NS-Raubkunst, wurde abgehängt.

Herrmann Parzinger ließ das Gemälde von Oskar Kokoschka bereits anhängen
Herrmann Parzinger ließ das Gemälde von Oskar Kokoschka bereits anhängen

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), Herrmann Parzinger, hat das Gemälde "Pariser Platz in Berlin" von Oskar Kokoschka abnehmen lassen. Das erfuhr die B.Z. auf Anfrage von der Pressestelle der SPK.

Das Bild hing im Amtszimmer des Präsidenten. Nach B.Z.-Informationen stammt es aus dem Besitz der Münchner Kunstsammlerin Anna Caspari. Es wurde 1935 über die Dresdner Bank an das Deutsche Reich verkauft und ging später in den Besitz der SPK über.

Die Galerie der jüdischen Kunstsammlerin Caspari wurde 1939 von der Gestapo geschlossen, die viele Bilder beschlagnahmte. Caspari wurde deportiert und ermordet. Unter welchen Umständen das Kokoschka-Gemälde 1935 verkauft wurde, ist bisher offenbar nicht vollständig geklärt worden.

Dazu sagte eine Sprecherin der SPK: "Seit circa zwei Wochen ist dem Präsidenten bekannt, dass das Bild von Kokoschka ursprünglich aus der Galerie Caspari stammte, die jüdische Eigentümer hatte. Er hat die Aufklärung weiterer historischer Fakten daraufhin in Gang gesetzt. Erst wenn sie vorliegen, kann beurteilt werden, ob es sich hierbei um ein verfolgungsbedingt entzogenes Werk handelt. Da dies derzeit nicht ausgeschlossen werden kann, hat er sich entschlossen, das Bild aus seinem Amtszimmer entfernen zu lassen."



http://www.bz-berlin.de/kultur/kunst/ns-raubkunst-beim-spk-chef-parzinger-article1826861.html
© website copyright Central Registry 2019