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Raubkunst in der Sammlung Georg Schäfer - Museum will Provenienzforschung anstoßen - Looted art in the Georg Schäfer Collection - Museum wants to initiate provenance research

1970
1945
FOCUS 18 April 2014
 

München - Mindestens 25 Werke der Sammlung Georg Schäfer in Schweinfurt stehen unter dem Verdacht, Raubkunst zu sein. Das berichtet das Nachrichtenmagazin FOCUS. Das 2000 eröffnete Museum Georg Schäfer beherbergt eine der größten und wichtigsten Sammlungen deutscher Kunst des 19. Jahrhunderts. FOCUS zufolge bemühen sich derzeit die Erben von mindestens sechs jüdischen Familien um die Rückgabe ihrer Bilder. Unter anderem geht es um Adolph Menzels „Porträt des Dichters Paul Heyse“, Max Liebermanns „Studie zu den Netzflickerinnen“ und ein Porträt von Liebermanns Frau Magda. Im Visier stehen auch zwei Bilder Carl Spitzwegs, die derzeit in einer großen Werkschau des Biedermeier-Malers ausgestellt sind.

Rechtliche Ansprüche konnten die Erben laut FOCUS bislang nicht durchsetzen. Eigentümer der Sammlung ist eine private Stiftung. Diese liege nicht im Anwendungsbereich des Washingtoner Abkommens, zitiert FOCUS aus den Schreiben der Sammlung Schäfer an die Anwälte. Träger des Museums ist die Stadt Schweinfurt.

Stiftungsvorstand Fritz Schäfer, der Sohn des Sammlers Georg, begründete in FOCUS seine Haltung: „Wir haben die Bilder einmal verschenkt, an eine Stiftung, und damit öffentlich gemacht.“ Für die fraglichen Bilder habe das Museum eine Provenienzforschung im Visier. Schäfer forderte, dass sich an der Finanzierung alle Museumsträger beteiligen müssten, auch das von Kulturstaatsministerin Monika Grütters geplante deutsche Zentrum für Kulturgutverluste.

Einer der Anspruchsteller ist Peter Ruta, ein Erbe des jüdischen Kunstverlegers Gustav Kirstein. Der 96-jährige Maler aus New York appellierte in FOCUS: „Es geht mir um die Erinnerung an meine Familie. Mit anderen deutschen Museen ist es mir anders ergangen. Schön wäre es, wenn das Schäfer-Museum dieselbe Verantwortung für die Vergangenheit entdecken könnte.“ Ruta ist einer von fünf Erben Kirsteins, die laut FOCUS bereits zwei Kunstwerke aus Museen in Hannover und Leipzig zurückerhalten haben.

 

 

München. Mindestens 25 Werke der Sammlung Georg Schäfer in Schweinfurt stehen unter dem Verdacht, Raubkunst zu sein. Das berichtet das Nachrichtenmagazin FOCUS. Das 2000 eröffnete Museum Georg Schäfer beherbergt eine der größten und wichtigsten Sammlungen deutscher Kunst des 19. Jahrhunderts. FOCUS zufolge bemühen sich derzeit die Erben von mindestens sechs jüdischen Familien um die Rückgabe ihrer Bilder. Unter anderem geht es um Adolph Menzels „Porträt des Dichters Paul Heyse“, Max Liebermanns „Studie zu den Netzflickerinnen“ und ein Porträt von Liebermanns Frau Magda. Im Visier stehen auch zwei Bilder Carl Spitzwegs, die derzeit in einer großen Werkschau des Biedermeier-Malers ausgestellt sind.

Rechtliche Ansprüche konnten die Erben laut FOCUS bislang nicht durchsetzen. Eigentümer der Sammlung ist eine private Stiftung. Diese liege nicht im Anwendungsbereich des Washingtoner Abkommens, zitiert FOCUS aus den Schreiben der Sammlung Schäfer an die Anwälte. Träger des Museums ist die Stadt Schweinfurt.

Stiftungsvorstand Fritz Schäfer, der Sohn des Sammlers Georg, begründete in FOCUS seine Haltung: „Wir haben die Bilder einmal verschenkt, an eine Stiftung, und damit öffentlich gemacht.“ Für die fraglichen Bilder habe das Museum eine Provenienzforschung im Visier. Schäfer forderte, dass sich an der Finanzierung alle Museumsträger beteiligen müssten, auch das von Kulturstaatsministerin Monika Grütters geplante deutsche Zentrum für Kulturgutverluste.

http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-17-2014-raubkunst-in-der-sammlung-georg-schaefer-museum-will-provenienzforschung-anstossen_id_3785029.html
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