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Gurlitt-Sammlung geht nach Bern - Gurlitt Collection going to Bern

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Tagesschau 7 May 2014
 

Der verstorbene Kunsterbe Cornelius Gurlitt hat seine millionenschwere Sammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht. Das geht nach Informationen von NDR und "Süddeutscher Zeitung" aus seinem Testament hervor. Der bisherige Sprecher Gurlitts, Stephan Holzinger wollte dies bislang weder bestätigen noch dementieren. "Es ist Aufgabe des Nachlassgerichts, sich darum jetzt zu kümmern", so Holzinger.

Das Kunstmuseum Bern ist das älteste Kunstmuseum der Schweiz. Der Bestand des Hauses umfasst mehr als 50.000 Kunstwerke, darunter Werke von Vincent Van Gogh, Franz Marc und Henri Matisse. Mit der Gurlitt-Sammlung würde sie um Meisterwerke von Claude Monet, Edouard Manet und Pablo Picasso ergänzt. Der Wert der Bilder ist bis heute unklar, wird aber auf eine hohe zweistellige Millionensumme geschätzt.

Mögliche Raubkunst soll zurückgegeben werden

Gurlitt hat nach den Recherchen zudem verfügt, dass die Sammlung zusammen bleiben soll. Ausgenommen ist jedoch mögliche NS-Raubkunst. Ein Vertrag, den Gurlitt vor seinem Tod mit der Bundesregierung und Bayern geschlossen hatte, sieht vor, dass Kunst mit einem solchen Hintergrund an Nachfahren jüdischer Sammler zurückgegeben werden soll. Diese Vereinbarung gelte über den Tod hinaus, sagte der Berliner Rechtsanwalt und Kunstexperte Peter Raue, der sich mit dem Fall beschäftigt hat.

Die Staatsanwaltschaft hatte seine Sammlung Anfang 2012 in seiner Münchner Wohnung beschlagnahmt und mehr als zwei Jahre lang unter Verschluss gehalten. Auch wenn die Behörde die Beschlagnahmung im April aufhob, konnte der 81-Jährige seine Bilder demnach vor seinem Tod nicht mehr sehen. Gurlitt war am Dienstag nach schwerer Krankheit mit 81 Jahren gestorben.

http://www.tagesschau.de/inland/gurlitt-nachlass100.html
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