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Verwandter von Eva Braun stellt Forderungen - Relative of Eva Braun makes claims

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NWZ Online 2 July 2014
 

Spätestens seit dem Fall Cornelius Gurlitt ist der Umgang mit Nazi-Raubkunst ein gesamtgesellschaftliches Thema. In München hat die Debatte eine neue Wendung bekommen: Dort stellt ausgerechnet ein Verwandter von Eva Braun Ansprüche an die Pinakotheken.


Die undatierte Aufnahme zeigt Adolf Hitler mit seiner Lebensgefährtin Eva Braun beim gemeinsamen Essen. Die Pinakothek der Moderne in München verwahrt zahlreiche wertvolle Nazi-Erbstücke.

MÜNCHEN - Ein entfernter Verwandter der Hitler-Geliebten Eva Braun hat Rückgabeforderungen an die Münchner Pinakotheken gestellt. Die Museen bestätigten entsprechende Informationen der Nachrichtenagentur dpa.

In den Museumsdepots lagern unter anderem eine Brillantuhr, die Adolf Hitler Braun zu ihrem Geburtstag schenkte, und das Gemälde „Gebirgslandschaft an der spanischen Küste“ von Fritz Bamberger, das sich einst im Besitz Brauns befand und nach dem Krieg als „Überweisungen aus Staatsbesitz“ an die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ging. Das Gemälde haben die Sammlungen inzwischen in die Online-Datenbank Lost Art eingestellt, weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Nazis das Bild von jüdischen Vorbesitzern geraubt hatten.


Die schwarz-weiße Reproduktion zeigt das Ölgemälde „Gebirgslandschaft an der spanischen Küste“ von Fritz Bamberger aus dem Jahr 1859. Einst hing das Gemälde im Wohnzimmer von Eva Braun in ihrer damaligen Wohnung in der Wasserburger Straße 12 in München, wie hinten auf dem Bild vermerkt ist.

In den Depots der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen lagern zahlreiche Wertgegenstände, darunter vor allem Kunst, die sich am Ende des Zweiten Weltkriegs im Besitz von Nazi-Größen wie Hermann GöringJulius Streicher oder Martin Bormann befanden. Zu finden sind dort Krawattenringe aus Platin, Manschettenknöpfe aus Gold, ein Ring mit Brillanten sowie ein goldener Champagnerbecher von Göring. Allein 4400 Gemälde und 770 Skulpturen, die nach dem Machtantritt der Nazis 1933 in die Bestände aufgenommen wurden, müssen die Staatsgemäldesammlungen auf ihre Herkunft untersuchen.


Eine Brillantuhr der Manufaktur Eszeha aus dem Nachlass von Eva Braun. Sie war ein Geschenk Hitlers zu ihrem 27. Geburtstag. „Zum 6.2.1939 herzlichst A. Hitler“ steht auf der Rückseite. Gemeinsam mit anderen wertvollen Nazi-Erbstücken lagert die Uhr, vor der Öffentlichkeit weitgehend versteckt, im Depot der Pinakothek der Moderne in München.

Die US-Amerikaner trugen die Kunstschätze der enteigneten Nazi-Funktionäre nach dem Krieg zusammen; seit der Auflösung des Sammelzentrums ist der Freistaat Bayern in der Verantwortung.

Eva Braun wurde im Oktober 1949 in einem postumen Verfahren im Rahmen der Entnazifizierung in München in die Gruppe der Belasteten eingestuft, ihr Nachlass wurde eingezogen. Die Beweisaufnahme hatte ergeben, dass sie ihr Vermögen ausschließlich Hitler verdankte.

 

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