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Raubkunst ist Tagungsthema - Looted Art on meeting agenda

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Weser Kurier 7 October 2014
 

Die Kultusministerkonferenz (KMK) will an diesem Freitag in Essen die Beratungen über eine Stiftung zur schnelleren Aufklärung der Herkunft von NS-Raubkunst abschließen. Die Stiftung „Deutsches Zentrum für Kulturgutverluste“ soll nach Ankündigung von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) noch in diesem Jahr in Magdeburg seine Arbeit aufnehmen. Die Stiftung wird Initiativen von Bund, Ländern und Kommunen zentral bündeln.

Die öffentliche Diskussion zum Schwabinger Kunstfall Gurlitt habe sehr deutlich die innen- und außenpolitischen Dimensionen der Aufklärung über NS-Raubkunst und die Wiederherstellung der Besitzverhältnisse aufgezeigt, sagte ein KMK-Sprecher. Die Konferenz will mit Grütters die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen besprechen.

Die Stiftung soll national und international zentraler Ansprechpartner zu Fragen der Umsetzung der „Washingtoner Prinzipien“ werden. In einer Erklärung hatten sich Ende der 90er-Jahre zahlreiche Staaten verpflichtet, Raubkunstfälle aufzuspüren und für die Rückgabe zu sorgen oder faire Lösungen zu suchen.

In das Zentrum für Kulturgutverluste soll auch die bisherige Arbeitsstelle für Provenienzforschung in Berlin integriert werden. Das hatte Grütters Mitte September dem Kulturmagazin „art“ gesagt. Die Berliner Arbeitsstelle war bisher Teil der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Neben der Beratung über das Zentrum informieren sich die Kultusminister auch über Eckpunkte zur Novellierung des Kulturgutschutzes und den Zeitplan des Gesetzgebungsverfahrens. Die Bundesregierung hat in Zusammenarbeit mit Landesbehörden beschlossen, den Kulturgutschutz zu reformieren. Es geht darum, die Regelungen von drei Gesetzen zu einem Kulturgut-Schutzgesetz zusammenzuführen.

 

 

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