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Stadt kauft Raubkunst - City re-acquires looted artwork

1970
1945
Bayrischer Rundfunk 29 October 2014
 

Die Stadt Bamberg hat den Schönborn'schen Löwenpokal rechtmäßig erworben. Das historische Kunstobjekt hatte die Stadt ursprünglich als Raubkunst aus einer jüdischen Privatsammlung weit unter Wert gekauft.

Der sogenannte Schönborn'sche Löwenpokal gelangte vor 77 Jahren widerrechtlich durch die Nazis in die städtische Sammlung. Nun habe man sich mit den Erben auf den Ankauf einigen können, teilte die Stadt am Mittwoch (29.10.14) mit. Der Kaufpreis betrage 350.000 Euro. Damit könne der Pokal künftig rechtmäßig im Historischen Museum in der neuen Dauerausstellung "Jüdisches in Bamberg" gezeigt werden.

Von Fürstbischof gestiftet

Der Löwenpokal war die Siegtrophäe beim Bamberger "Freien Kunst- und Ritterschießen" im Jahre 1712. Lothar Franz von Schönborn – damals Mainzer Kurfürst und Fürstbischof von Bamberg in Personalunion - stiftete die Goldschmiedearbeit in Gestalt des Schönborn'schen Wappentieres. Die jüdischen Sammler Heinrich und Emma Budge erwarben das Kunstwerk später.

Ab 2015 in Dauerausstellung

Durch eine Untersuchung von Provenienzforschern stellte sich heraus, dass der Pokal am 4. Oktober 1937 von der Stadt Bamberg bei einer Zwangsversteigerung für 3.680 Reichsmark weit unter Wert erworben worden war. Die Stadt nahm Kontakt mit den Erben auf. Den erneuten Kauf hatte der Stadtrat im Sommer 2014 einstimmig beschlossen. Die Kulturstiftung der Länder, die Oberfrankenstiftung und die Stiftung Weltkulturerbe Bamberg halfen der Stadt bei der Finanzierung. Der Pokal ist ab April 2015 im Historischen Museum zu sehen.

 

http://ssl.br.de/nachrichten/oberfranken/inhalt/bamberg-kauft-loewenpokal-100.html
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