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Mehr Geld für Kultur und Medien vom Bund

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Dear Tagesspiegel 23 September 2020
 

Im Bundeshaushalt 2021 stehen 1,94 Milliarden Euro für Kultur und Medien zur Verfügung. Davon profitieren Museen, Provenienzforschung und Filmförderung.

Die Bundesregierung erhöht ihre Ausgaben für Kultur und Medien im nächsten Jahr um mehr als 120 Millionen Euro. Nach dem am Mittwoch vom Kabinett verabschiedeten Regierungsentwurf für den Haushalt 2021 stehen insgesamt 1,94 Milliarden Euro zur Verfügung. Das ist ein Plus von rund 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Gerade in Zeiten der Krise ist Kultur das Fundament für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt“, erklärte die zuständige Staatministerin Monika Grütters. „Kunst, Kultur und Medien machen uns immer wieder unser hohes Privileg bewusst, in einem Land der Presse-, der Kultur- und der Meinungsfreiheit zu leben, in dem kontroverse Debatten möglich, gewollt und auch auszuhalten sind“.

Ein Schwerpunkt soll unter anderem die vollständige Überarbeitung und Modernisierung der Dauerausstellungen des Deutschen Historischen Museums in Berlin und des Hauses der Geschichte in Bonn sein. Darüber hinaus werden die Mittel für authentische Orte der Demokratiegeschichte mit drei Millionen Euro auf das Sechsfache erhöht.

Förderung von Serienproduktionen verdoppelt

Auch der Medienbereich soll erheblich gestärkt werden. Im Bereich der Filmförderung werden die Mittel für den vom Bund getragenen German Motion Picture Fund zur Förderung von Serienproduktionen auf künftig 30 Millionen Euro verdoppelt. Für das Zukunftsprogramm Kino sind für das Jahr 2021 erneut 15 Millionen Euro vorgesehen.

Um die Transformation in den deutschen Braunkohleregionen zu erleichtern, stehen laut Haushaltsentwurf mehr als 26 Millionen Euro zusätzlich für kulturelle Maßnahmen in diesen Regionen bereit. So soll die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz unterstützt werden, ihren Plan für das zum Weltkulturerbe zählende Gartenreich umzusetzen. Auch für die Stiftung Luthergedenkstätten und das Lausitz-Festival sind Mittel vorgesehen. Deutlich höhere Zuschüsse erhält im kommenden Jahr die Stiftung Preußischer Kulturbesitz: rund 14,5 Millionen Euro sind zusätzlich für den Unterhalt ihrer zahlreichen Liegenschaften und für eine modernere Infrastruktur der Stiftung geplant, sofern das Land Berlin in erforderlicher Höhe kofinanziert.

Ein weiterer Schwerpunkt soll auch 2021 der Ausbau der Provenienzforschung sein. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg erhält hierfür zusätzlich 1,5 Millionen Euro. Die Kunstverwaltung des Bundes, die insbesondere den Kunstbestand der Bundesrepublik Deutschland betreut und mit Blick auf NS-verfolgungsbedingt entzogene Objekte erforscht, erhält knapp vier Millionen Euro. Seit dem Amtsantritt von Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Jahr 2013 ist der Kulturetat der Bundesregierung um rund 60 Prozent gestiegen.


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