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Wallraf prüft Sammlung auf NS-Raubkunst - Wallraf checks collection for Nazi-looted art

1970
1945
Die Welt 20 June 2014
 

Gut 2000 in den Jahren zwischen 1933 und 1945 erworbene Zeichnungen werden untersucht

Das Wallraf-Richartz-Museum lässt in den kommenden zwei Jahren sämtliche Werke aus seiner grafischen Sammlung untersuchen, die in der NS-Zeit erworben wurden. Der Fall Gurlitt habe gezeigt, wie wichtig die historische Aufarbeitung von Kunstbeständen sei, erklärte die Stadt Köln. Die Arbeitsstelle für Provenienzforschung in Berlin fördert das Vorhaben mit 150.000 Euro. Damit könne die im vergangenen Jahr begonnene Untersuchung der grafischen Sammlung auf Nazi-Raubkunst jetzt ausgeweitet werden, hieß es. Ein Team von Wissenschaftlern überprüft den Angaben zufolge den Erwerb und die Eigentumsverhältnisse für rund 2.000 Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken, die das Museum zwischen 1933 und 1945 erworben hat. Besonders kritisch würden Ankäufe von deutschen Kunsthändlern überprüft, die in den Handel mit Nazi-Raubkunst verwickelt waren. Genauso intensiv würden auch in Frankreich gekaufte Objekte sowie Schenkungen und Überweisungen innerhalb Kölns in den Blick genommen. Die Ergebnisse sollen in einer Ausstellung präsentiert werden. Zudem will das Museum sie der Öffentlichkeit auch im Internet leicht zugänglich machen.

Im November war bekannt geworden, dass rund 1.400 Kunstwerke des mittlerweile gestorbenen Cornelius Gurlitt, Sohn des früheren Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt, beschlagnahmt worden waren. Darunter sind Meisterwerke von Picasso, Matisse, Chagall und Otto Dix. Teile der Sammlung stehen im Verdacht, NS-Raubkunst zu sein.

 

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